Der Tierpark liegt in einem herrlichen Wiesental umgeben von Fichten und Buchenwäldern. Das Gebiet, zwischen Ringberg und Döllberg gelegen, wird auch "Suhler Schweiz" genannt. Der Tierpark befindet sich in einer Höhe von 500-560 m. Durch das Gelände fließt der Rimbach, er entspringt gut einen Kilometer nordöstlich. Im Rimbach leben noch Bachforellen, die an verschiedenen Stellen beobachtet werden können. In der Nachbarschaft befindet sich das Biosphärenreservat Vessertal.

Zur Zeit werden 12 Hektar genutzt, weitere 14 Hektar kommen hinzu. An der Erschließung und Gestaltung des Erweiterungsgeländes wird gearbeitet. Nächste Vorhaben sind ein Kinderspielplatz und ein Streichelgehege. Gegenwärtig sind 600 Tiere in 135 Arten zu beobachten. Der Tierpark Suhl hat sich auf die Haltung und Zucht europäischer Wild- und Haustiere spezialisiert. Ausnahme ist das Vivarium, in diesem Gebäude wird auch eine kleine Kollektion Exoten gezeigt. Dazu gehören verschiedene Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger. Zum Tierbestand gehören u.a. Braunbären, Luchse, Wildkatzen, Füchse, Baummarder, Marderhunde, Wisente, Auerochsen, verschiedene Pferderassen, Esel, Thüringer Waldziegen, Waliser Ziegen, Rhönschafe, eine Sammlung verschiedener Kaninchenrassen, Wildschweine, Mufflons, Damhirsche, Rothirsche, Rehe, Rentiere, Elche (größte Hirschart), Alpensteinböcke.

Die Vogelwelt ist vertreten mit Weißstörchen, Schwarzstörchen (sehr selten), Jungfernkranichen, Graureiher. Die genannten Arten gehören zur Gruppe der Schreitvögel. Weiterhin sind Kormorane und eine große Kollektion Enten- und Gänsevögel zu finden, darunter Eiderenten, Ringelgänse und Rothalsgänse. An weiteren Vogelarten sind vertreten Uhus, Schneeeulen, Waldkauze, Raufußkauze, Auerhühner, Rebhühner, verschiedene Wildtauben, Steppenadler, Roter Milan, Mäusebussard. Besonderes Augenmerk wird auf die Zucht einheimischer vom Aussterben bedrohter Wild- und Haustiere gelegt. Regelmäßig erfolgen Nachzuchten bei Braunbär, Luchs, Wildkatze, Wisent, Alpensteinbock, Uhu, Schleiereule, Auerhuhn, Eiderente. Besondere Erfolge kann der Tierpark Suhl bei der Auerhuhnzucht vorweisen. Bei Auerhühnern gelang hier 1988 erstmals eine Nachzucht. Eine beachtliche Zahl der in Suhl geschlüpften Auerhühner wurde zur Wiederaussiedelung und somit zur Stützung der im Thüringer Wald stark vom Aussterben bedrohten Bestände abgegeben.

Der Tierpark leistet auch einen Beitrag zur Erhaltung vom Aussterben bedrohter typischer Haustierrassen der Region als lebendes Kulturgut und Genreserve. Dazu zählen die Rhönschafe, Thüringer Waldesel. Seit 1979 wurden 100 Rhönschafe nachgezogen und an interessierte Züchter abgegeben. Damit hat der Tierpark wesentlichen Anteil, daß diese Rasse erhalten werden konnte Die Lage, die der Landschaft angepaßte Architektur und gärtnerische Gestaltung geben dem Tierpark einen besonderen Charakter. Eine gute Beschilderung der einzelnen Tierunterkünfte, sowie anderes didaktisches Material unterstützen das Bildungsanliegen des Tierparks. Nach vorheriger telefonischer Anmeldung sind auch Führungen für Gruppen möglich.

Ein Tierpark ist auch im Winter ein lohnendes Erlebnis. Die meisten Tiere sind durch ihr dichtes Winterfell oder Gefieder vor der kalten Witterung geschützt und deshalb auch in ihren Freianlagen und Volieren gut zu sehen. Störche und Kraniche, die im Winter in den warmen Süden ziehen, finden im geschützten Überwinterungshaus Schutz. Hier lassen sie sich durch Glasscheiben beobachten. Bei mildem Winterwetter erhalten auch sie Auslauf im Freien. Besonders interessant ist ein Tierparkbesuch bei Schnee. Die Tiere heben sich deutlich von der Schneedecke ab, ihre festen Wechsel, Fährten und Ruheplätze lassen sich gut erkennen. Einige Tiere lassen sich auch gern einschneien oder bauen sich Höhlen im Schnee, wie die Füchse. Nach dem Aufenthalt an der frischen Winterluft kann man sich im klimatisierten Vivarium aufwärmen und Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien aus wärmeren Regionen beobachten.


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